Howdy,

während unserer Westalpen-Tour war uns ja bei der Anfahrt zum Fort-Central der obere Kühlerschlauch geplatzt. Hier habe ich ja schon mal ausführlich darüber berichtet. Der reparierte Kühlerschlauch machte einen guten Job, so das ich Zuhause ganz in Ruhe neue Ersatzteile bestellen konnte. Bestellt habe ich allerhand neues Zeug für das Kühlsystem. Das gesamte Kühlsystem befindet sich immer noch im Werks-Originalzustand und ist etwas in die Jahre gekommen (230.000km). Deswegen hab ich einen kleinen Rundumschlag gemacht und einige Teile neu gekauft:

  • 1x MB660735 – Kühlerverschlussdeckel
  • 1x MB660521 – Kühlerschlauch oben (der war geplatzt)
  • 1x MB660693 – Kühlerschlauch unten
  • 1x MB605260 – Ausgleichsbehälter komplett ( der Deckel hat nicht mehr richtig verschlossen und konnte den Druck nicht mehr halten)
  • 1x MD335170 – Thermostat
  • 1x MD620563 – Luftfilter – die Pisten waren teilweise sehr staubig, da war ein neuer dringend nötig
  • 2x MD313664 – neue Keilriemen AVX 10X1075 für die Wasserpumpe und den Generator

Das einzige was noch gefehlt hatte, war neuer Kühlerfrostschutz. Da wir ja beim Schlauchplatzer nur reines Wasser aufgefüllt hatten, musste neuer Frostschutz her. Also, am Montag Mittag in den Rudi gesetzt und zum Teilehandel um die Ecke gefahren um neuen Frostschutz zu kaufen. Bei der Heimfahrt ist es dann passiert – beim Anfahren an der Ampel, ich bin gerade erst angerollt: ein kratzendes, knirschendes Geräusch was man am Auto gar nicht hören möchte. Es hörte sich so an  als wenn man sich mal verschaltet – aber nicht aus dem Getriebe, sondern von vorn – aus dem Motorraum. Reflexartig habe ich die Kupplung durchs Bodenblech getreten, aber es war schon zu spät. Motor aus, alle Warnlampen im Cockpit an – kein Vortrieb mehr – ENDE!

An den Fahrbahnrand gerollt und Warnblinklicht eingeschaltet. Im ersten Augenblick hatte ich gedacht das sich die Kardanwelle verabschiedet hat – aber ein schneller Blick unters Auto bestätigte meinen ersten Verdacht nicht – es war alles da wo es hingehört. Also, Motorhaube auf und das erste was ich zu sehen bekam war das:

„Scheiße“ dachte ich – „Zahnriemen gerissen!“ 
Da wurde mir klar das ich ein größeres Problem habe und habe angefangen das Fahrzeug abzusichern. Warndreieck und Warnblinkleuchte aus dem Auto geholt und positioniert. Darauf habe ich den ADAC kontaktiert und gewartet.  Nach ca. eineinhalb Stunden ( die hatten wohl gerade viel zu tun) kam dann auch endlich der Abschlepper und hat Rudi aufgeladen – das tut schon ordentlich in der Seele weh sein geliebtes Fahrzeug auf dem Autotransporter stehen zu sehen 🙁 

Zuhause angekommen, habe ich mir erstmal einen Überblick verschafft um den Schaden eingrenzen zu können. Langsam habe ich angefangen einiges zu zerlegen und dabei kam eine Überraschung zu Tage. Vorab, der Zahnriemen ist NICHT gerissen und völlig in Ordnung. Vom Verschleiß her würde ich sagen das er sogar noch einige zig-tausend Kilometer gehalten hätte. Aber was war dann passiert? Weiter ging die Suche:

Öleinfülldeckel geöffnet und genau rein geschaut – was war das? Oh je, ein abgebrochener Kipphebel. Das ist gar nicht gut. Der gebrochene Kipphebel hängt zwischen Kipphebelwelle und Ventildeckel fest, lässt sich nicht lösen. Nach weiterer Suche habe ich etwas am Boden des Ventilgehäuses mit der Fingerspitze hin und her schieben können – konnte es aber nicht fassen. Magnetgreifer geholt und einen weiteren gebrochenen Kipphebel gefunden. Kacke!

der intakte Zahnriemen

gerissener Ventildeckel – der muss auch neu!
voller Körpereinsatz

Meine erste Beurteilung:

ich denke das sich im Ventiltrieb ein, oder mehrere Kipphebel verabschiedet haben und dadurch die Nockenwelle blockierten. Da sich die Kurbelwelle natürlich weiter gedreht hat, wurde die Drehbewegung über den Zahnriemen auf die blockierte Nockenwelle übertragen und hat dafür gesorgt das der Zahnriemen durchrutscht und vom blockierten Nockenwellenrad gesprungen ist. Dadurch die die Zahnriemenabdeckung gebrochen und ich hatte dadurch zu erst gedacht das der Zahnriemen gerissen wäre. 

Schlussfolgerung:
Hier handelt es sich um einen massiven schweren Motorschaden – der aber instandsetzbar ist. Es wird ein neuer Zylinderkopf, Nockenwelle, Kipphebelwelle, Kipphebel, Ventile mit Federn, Schaftdichtungen und ein kompletter Kopfdichtungssatz samt neuen Kopfschrauben benötigt. Dadurch das der Ventildeckel an zwei Stellen gerissen ist, muss auch dieser neu, dafür wird auch ein neuer Dichtungssatz benötigt. Neuer Zahnriemensatz mit neuer Wasserpumpe und Spannrolle, sowie neue Wellendichtringe von allem was sich dreht. Des weiteren werden neue Dichtungen für die Ansaugbrücke, Abgaskrümmer und alle Nebenaggregate (AGR, Intercooler, Turbolader etc.) benötigt. Da gibt eine größere Einkaufsliste beim freundlichen Mitsubishi-Händler.

So be continued – ich halte euch auf dem laufenden. Ich suche dann mal ein paar Ersatzteile aus dem Mitsubishi-Ersatzteilkatalog heraus!

 

 

 

 

 

 


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